Amaryllis Quartett
Das deutsch-schweizerische Amaryllis Quartett wurde von Walter Levin, dem Primarius des LaSalle Quartetts, in Basel ausgebildet und studierte von 2007-09
beim Alban Berg Quartett in Köln. Derzeit vollendet das Amaryllis Quartett sein Studium bei Günter Pichler an der Escuela Superior de Musica Reina Sofia
in Madrid.
Das Amaryllis Quartett sucht eine besondere Herausforderung in der Gestaltung von Programmen, die im Spannungsfeld zwischen den klassischen Streichquartett
-Kompositionen und den Werken der Neuen Wiener Schule um Arnold Schönberg stehen. Programme mit dieser Leitidee gestaltete das Quartett bei der Biennale Bern,
dem KulturGut Holzhausen und beim Internationalen Beethovenfest in Bonn. Hier eröffnete es im Beisein von Schönbergs Tochter Nuria Schönberg-Nono eine
Ausstellung des Kunstmuseums mit Bildern von Schönberg.
Die Wiederentdeckung heute vergessener Meisterwerke ist ein weiteres wichtiges Anliegen des jungen Quartetts. Sein besonderes Interesse gilt hierbei dem
ungarischen Komponisten und Bartók-Schüler Géza Frid, dessen Streichquartette es 2008 bei CovielloClassics als Weltersteinspielung veröffentlicht hat. Außerdem
ist die Aufnahme von acht der 16 Streichquartette des Schubert-Zeitgenossen und Violinvirtuosen Friedrich Ernst Fesca bei cpo in Vorbereitung.
Aber auch für die Zeitgenössische Musik setzt sich das Quartett ein und brachte u.a. Werke des Berliner Jazzcellisten und Komponisten Mathis Brun, des Esten
Eino Tamberg, der Basler Komponistin Heidi Baader-Nobs, des Hamburger Komponisten Wolfgang-Andreas Schultz und der Chinesin Lin Yang zur Uraufführung.
Das Amaryllis Quartett spielt regelmäßig in Konzertreihen und auf Festivals in Deutschland, der Schweiz und dem europäischen Ausland; dazu zählten Auftritte
in der Stuttgarter Liederhalle, beim Lucerne Festival, beim Festival Mecklenburg-Vorpommern , bei der Società del Quartetto di Milano und bei der Schubertiade
Barcelona. Außerdem rief das Quartett seine eigenen Konzertreihen in der Laeiszhalle Hamburg und im Konzertsaal Solothurn ins Leben.
Die Organisation ProQuartett Paris ermöglichte dem Ensemble im Sommer 2007 in Zusammenarbeit mit ACCR eine einmonatige residency in der Provence und lädt es
regelmäßig zu Konzerten nach Frankreich ein.
Beim Südwestdeutschen Rundfunk SWR trat das Amaryllis Quartett in der Sendereihe 50 Meisterwerke auf, wo es zusammen mit Walter Levin Weberns Fünf Stücke für
Streichquartett op. 5 vorstellte. Für Radio Berlin Brandenburg, im Wissenschaftskolleg Berlin und in der Tonhalle Zürich gestaltete das Quartett ebenfalls mit
Walter Levin Lecture Recitals über das zweite Streichquartett von Johannes Brahms.
Im April 2005 gewann das Amaryllis Quartett den 1. Preis beim Internationalen Charles Hennen Concours in den Niederlanden. Außerdem ist es Preisträger des
Premio Paolo Borciani 2008 und des Schubert Wettbewerbs Graz 2009 und erspielte sich im März 2009 ein Stipendium des Deutschen Musikrates. Gleich zwei Preise
errangen die Musiker beim Internationalen Streichquartett-Wettbewerb TROMP 2008 in Eindhoven/Niederlande. Die dortige Jury begründete die Vergabe des Pressepreises
mit den Worten: Aufgrund ihres kultivierten Klangs und ihres tiefen Verständnisses dafür, was es bedeutet ein Quartett zu sein, sind sie nun bereit für eine Karriere.
Künstlerische Anregung erhielt das Amaryllis Quartett durch Meisterkurse beim Artemis Quartett und in gemeinsamen Konzerten u.a. mit Barbara Westphal, Albrecht Breuninger,
Francois Benda, Dimitri Ashkenazy, Gérard Wyss, Jens Peter Maintz, Gustav Rivinius, Patrick Demenga und dem Schauspieler Christoph Bantzer.
Im Oktober 2010 wurde das Amaryllis Quartett mit dem Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für junge Künstlerinnen und Künstler ausgezeichnet.
Im Juni 2011 spielte sich das Quartett in die Endrunde der letzten drei Quartette im Borciani Wettbewerb. Die Endteilnehmer waren auf außerordentlich hohem Niveau so
gleichwertig, dass die Jury sich außerstande sah, einen Preis zu vergeben, ein Novum in der Geschichte des Wettbewerbes.